(GRENZ-ECHO)

Ein großes Hindernis für den Fortgang der Untersuchung bildet die Terrorstimmung in der ganzen Gegend. Die Landwirte verbarrikadieren sich auf ihren Höfen weil sie vermuten, dass die Täter auch von weiteren Morden nicht zurückschrecken würden. 

Die Verhaftung der Familie Cremer

Sonntag morgen wurden der Landwirt Cremer und seine beiden Söhne Mathieu und Jakob verhaftet, als sie in ihrem Hof "zum grünen Jäger" zurückkehrten, den sie am Montag zuvor verlassen hatten, um am Wiederaufbau eines ihnen gehörigen Hauses bei Sankt-Vith zu arbeiten.
Sie befanden sich also zur Zeit des Mordes nicht am Tatort, haben aber schon seit langem den Schmugglern Beistand geleistet. Bei Ihnen versteckten Traent und Van Loo ihre Uniformen und sie halfen beim Verkauf der aus Deutschland ausgeführten Schmuggelware.

Auch die Frau und Tochter Cremer Ware mit in diese dunkle Geschäfte verwickelt und es steht fest, dass das Hauptquartier der Bande im "grünen Kloster" aufgeschlagen war. Der Vater und die Söhne können natürlich Vandenbossch nicht kenne, da dieser erst während ihrer Abwesenheit am Donnerstag in der Gegend eintraf.

Eine mögliche Darstellung des Dramas

Dank der Aussage eines Militärlastwagenchauffeurs, welche dieser durch die M.P. der Gendarmerie zuleitete, lässt sich das Drama von Freitag mit einer ziemlichen Sicherheit rekonstruieren.

Man weiß, dass sich die beiden Täter mit dem Ehepaar Goris und Van Loo mit 40 kg Kaffee und ebensoviel Tabak zur Grenze begaben. Sie kamen aber nicht hinüber und beschlossen einen erneuten Versuch. Ihre Schmuggelware ließen sie im Hofe des Clemens Alt in Leykaul bei Kalterherberg liegen, wo sie diese später abholen wollten und wo sie dann auch durch die Gendarmen vorgefunden wurde.
Dort haben sich auch die beiden Gruppen getrennt.

Van Loo und das Ehepaar Goris schlichen sich durch den Wald, während Traent und Vandenbossch die Landstraße benutzten, wo sie durch die Gendarmen Triest und Ferriré angehalten wurden. Diese stellten fest, dass sie es mit falschen Militärs zu tun hatten. Die Täter haben vermutlich gestanden, dass sie ihre Komplizen im "grünen Kloster" treffen wollten, und sollten von den Gendarmen dorthin gebracht werden.

Der anfangs genannte Chauffeur traf die Gendarmen mit den beiden Verhafteten auf der Landstraße an und schlug ihnen vor, sie mit ins Lager zu nehmen.
Ferriré dankte ihm und sagte: "Wir gehen nicht sofort zurück, sondern müssen noch ein paar hundert Meter weitergehen". Das "grüne Kloster" liegt aber nur 400 Meter von der Mordstelle ab.

Van Loo und die beiden Goris begaben sich sofort dorthin und wunderten sich, dass die beiden anderen nicht pünktlich erschienen. Als der Lastwagen sich entfernt hatte, haben die Schmuggler an einer engen Straßenstelle die Gelegenheit ausgenutzt, die durch ihre Fahrräder behinderten Gendarmen in den Graben zu stoßen. Diese konnten nicht sofort ihre Pistolen ziehen, während die bewaffneten Schmuggler zunächst gleich auf Triest schossen. Ferriré gelang es hochzukommen, er setzte sofort mit seinem Hund einem der Banditen nach der sich über den Bach zu retten versuchte. Der Hund sprang seinem Herren voran und wurde auf dem anderen Ufer erschossen. Der Schmuggler drehte sich dann um und erschoss Ferriré, der gerade im Begriff war durch den Bach zu folgen. Man fand den Toten bekanntlich mit den Beinen im Wasser hängend auf, was die obige Annahme bestätigt.

(...)

 

Gemeindeverwaltung Bütgenbach
  Zum Brand 40 - 4750 BÜTGENBACH
Tel. : 080/44 00 88 - Fax : 080/44 00 70
E-mail: info@butgenbach.be