(GRENZ-ECHO)

Als vor einer Woche Van Loo und Goris vernahmen, dass man sie als Mörder der beiden Gendarmen ansehe, protestierten sie lebhaft und verwiesen auf ihre Schuldlosigkeit, die sie auch beweisen konnten. In dem Bestreben sich selber möglichst zu entlasten und zu schützen machten sie ohne Schwierigkeiten Angaben über alle ihnen bekannten Anhaltspunkte, die zur Entdeckung der Mörder führen könnten.

Der geheimnisvolle "Jo"

Sie erzählten: "wir gingen zusammen zur Grenze mit Andre Taent aus Brüssel, der gewöhnlich die Sachen organisierte und der uns kurz zuvor einen uns Unbekannten mit den Worten vorgestellt hatte: das ist Jo, mehr braucht ihr nicht zu wissen".

Daraufhin wurde sofort die Brüsseler Dienststelle alarmiert, die sehr bald genügend Auskunft über Taent und seinen Komplizen Jean Vandenbossche, einen 22jährigen Studenten liefern konnten. Das Signalement der beiden Gesuchten wurde überall hin durchgegeben und ihre Photos überall verbreitet.
Van Loo erkannte auf den Photos Taent sofort wieder, erklärte aber, dass Vandenbossche gar nicht mit dabei gewesen sei. Dieser sei groß und blon, währen "Jo" schwarze Locken habe und das Haar in der Mitte gescheitelt trüge.
Van Loo erzählte, dass er mit Traent und Vandenbossche eng befreundet sei; während des Krieges hätten sie gemeinsam versucht nach England zu kommen, seien aber an der schweizer Grenze angehalten worden. Kurz nach der Befreiung seien sie alle drei in der Brigade Piron eingetreten, hätten an den Kämpfen teilgenommen und seien von ihrer Demobilisierung unter den ersten Besatzungstruppen in Deutschland gewesen.

Sie seien Freunde geblieben, Taent und Vandenbossche seien ganz unzertrennlich gewesen und man habe sie immer zusammen gesehen, bis Vandenbossche, der guten Unterricht genossen hatte und vier Sprachen geläufig beherrschte, bei der englischen Zensur im besetzten Gebiet eintrat.
Er befinde sich immer noch in Bonn. Wenn er bisher noch nicht zurückgekommen und seine Unschuld bewiesen habe, so kommt es daher, dass er von dem Verbrechen noch nichts wisse.

Diese Aussage von Van Loo kann kaum in Zweifel gezogen werden, da Van Loo ersichtlich bereut und sich bemüht der Justiz zu helfen. Alle seine sonstigen Aussagen haben sich als wahr erwiesen und er kann auch kein Interesse daran haben, de einen zu entlasten und dafür einen anderen seiner Kameraden anzuklagen, falls diese Angaben unrichtig sein sollten.

Es schein sich also um einen gewaltigen Irrtum zu handeln, und man wird Vandenbossche jede Gelegenheit bieten müssen, um seinen guten Ruf wieder zu gewinnen

(...)

TAENT IN DÜSSELDORF VERHAFTET

Die belgische M.P. von Montjoie teilte noch kurz vor der Drucklegung mit, dass einer der Mörder von Elsenborn, der Brüsseler Taent, heute morgen in Düsseldorf verhaftet werden konnte. Die beiden Kerle waren in der Tat in Deutschland signalisiert worden. Die sofort mit Energie durchgeführten Nachforschungen leiteten zur Verhaftung eines derselben. Es ist zu hoffen, dass auch der zweite Mörder nun mehr schnell gefasst werden kann.

 

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