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(Grenz-Echo)Die Mörder der Gendarmen verhaftet Die belgischen Behörden hatten Kenntnis der Adresse einer Frau in Wattenscheid in Westfalen erhalten, mit der die Bande in Verbindung stand und zu der die Schmuggelware, Kaffee und Tabak, geschaffen wurden. Von dort aus nahmen sie auch die Autos, Schreibmaschinen, Rasierklingen usw. mit, die zur Einfuhr nach Belgien bestimmt waren. Auf Nachrichten aus Montjoie und der militärischen belgischen Polizei in Aachen hin konnten die englischen M.P. Tant in Wattenscheid festnehmen, wo er sich in Zivilkleidern bei der Schmugglerin im Garten versteckt hielt. Im Verlauf des folgenden Abends traf er, durch Gendarmen begleitet, bereits in Malmedy ein. Der Verhaftete machte keinen niedergeschlagenen Eindruck und antwortete auf alle ihm gestellten Fragen. Er hat selbstverständlich "nicht geschossen". Es war "Jo" allein, der die Gendarmen niederschoss.
Die Schilderungen der Vorgänge am 23. August, die Tant gibt, stimmt mit denen der bisher vernommenen Zeugen überein. Er spricht von dem vergeblichen versuch über die Grenze zu kommen, der folgenden Trennung der beisen Gruppen deren andere sich zum "grünen Kloster" begab, während er, Tant, zusammen mit "Jo" die Landstraße benutzte. Dort begegneten sie die beiden Gendarmen, welche nach den Papieren fragten. Sie besaßen keine und hatten als Demobilisierte auch nicht das Recht zum weiteren Tragen der Uniformen. Die Gendarmen durchsuchten sie flüchtig und forderten sie dann zum Mitkommen auf, wobei sie die linke Hand des "Jo, mit der rechten von Tant durch Handschellen verbanden Kurz nachdem der bereits als Zeuge vernommenen Militärchauffeur, der die Gendarmen mit ihren Gefangenen mit sich ins Lager nehmen wollte, vorübergefahren war, kam es zu dem blutigen Drama. Die Gendarmen führten ihre Fahrräder an der hand und hielten sich an der
rechten Stra?5enseite in der Richtung auf das Lager zu. Plötzlich habe
"Jo" mit blitzschnelle den Gendarmen Triest zur Seite gestoßen ,
seine Parbellumpistole, die er versteckt hatte, gezogen und den Gendarmen
niedergeschossen. Mit einem zweiten Schuss habe er die Kette der Handschellen
zersprengt. Tant behauptet, sich daraufhin im Gebüsch versteckt zu haben. Sie hielten sich bis zum Montag, dem 6. August in den Wäldern der Umgebung
von Elsenborn versteckt. Sie waren es auch auf die der Kommandant der Brigade
Elsenborn, Schröder, am Samstag morgen in der Nähe des Schwalmbachs geschossen
hat. Über den Mord werden noch folgende Einzelheiten bekannt:
Tant, der zunächst behauptete, seinen Komplizen nur unter dem Spitznamen
"Jo" zu kennen, erklärte diesen in Brüssel auf dem Altmarkt kannengelernt
zu haben. Als er von dessen Verhaftung hörte, gab er endlich den ganzen Namen
und die Adresse an: Joseph Gaudius aus Schuet-Anderlecht. Diese Aussage von Tant steht um Widerspruch zu gewissen durch die Untersuchungen festgestellten Tatsachen. Tant und Gaudius werden konfrontiert werden. Wo liegt die Wahrheit? Die Darstellung von Tant weicht in den Einzelheiten von der Schilderung des Gaudius ab. Tant hat seine anfänglichen Aussagen zurückgenommen und eingestanden, den Gendarmen Ferrieré getötet zu haben, während Gaudius den Gendarmen Triest niedergeschossen habe. Jo behauptet aber im Gegensatz dazu, dass Tant allein beide Gendarmen ermordet habe. Unklar bleibt also, wie die Beiden sich des Revolvers bedienen konnten,
während sie noch aneinander gefesselt waren und warum der Gendarm Ferrieré
selber nicht rechtzeitig geschossen hat. (...) |
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