Hoher Besuch in Bütgenbach

"Zwischen Venn und Schneifel"
Heft n° 9 - September 1986

"Am 18. Juli 1986 startete die Baronin Maria Josefa von Rolshausen aus Rottach-Egern, die letzte Namensträgerin, in Begleitung ihrer Kusine Camilla Härlin, geborene von Rolshausen, wohnhaft in Stuttgart, und Camilla Stolz, eine Schwester der Baronnin, der Gemeinde Bütgenbach einen Besuch ab, und dies hatte seine besondere Bewandtnis.

Sie waren einer Einladung der Gemeinde Bütgenbach gefolgt. Es war das erste Mal nach fast 200 Jahren, dass nochmals direkte Nachkommen der ehemaligen Herren von Rolshausen hier weilten.

Es war eigentlich schade, dass der hohe und seltene Besuch in die Urlaubszeit fiel, denn Bürgermeister Heck musste sich entschuldigen lassen, und an seiner Stelle wurde der Besuch von dem Schöffen Rudi Haep auf herzlichst empfangen.
Ebenfalls anwesend war das Ratsmitglied und langjähriger Schriftführer des Geschichtsvereins Walter Reuter aus Weywertz.
Doch auch der Vorsitzende des ZVS hatte Gemeindesekretär Manfred Gillessen zu diesem geschichtsträchtigen Treffen eingeladen.

Frau Camilla Härlin, geborene von Rolshausen, Tochter des Max, war die älteste Vertreterin der Familie. Baronnin Maria Josefa und ihre Schwester Camilla Stolz, geb. von Rolshausen, sind Töchter des jüngsten Bruder Hugo.

Als Gastgeschenk überreichte Schöffe Haep jeder ein Dekorteller mit der Burg Bütgenbach, den der GeschichtsvereinZVS vor einigen Jahren herausgegeben hat.
Viele Fragen wurden gestellt, und man muss schon sagen, dass es sowohl für die Besucher als auch für die Gastgeber ein besonderer Tag war.
Um den Gästen einen Überblick über das Besitztum ihrer Ahnen zu gewähren, schlug RM Reuter eine Fahrt durch das ehemalige Besitztum vor, und so begab man sich zunächst nach Faymonville, das heute zur Malmedyer Wallonie zählt. Von dort ging es weiter in Richtung Sourbrodt, und dann über Weywertz, Nidrum , Elsenborn und Berg nach Bütgenbach, zu den Ruinen der ehemaligen Burg.
Die Gäste zeigten sich besonders von der Schönheit der Natur sehr angetan und hatten vollstes Verständnis dafür, dass ihre Vorväter sich hier niedergelassen und wohlgefühlt hatten.

Wo einstmals die Burg gestanden hat, erhebt sich heute das Haus des alten Stauseewärters. Wiederholte Male mussten sich die Besucher an dieser historischen Stelle den Fotografen stellen, und verstohlen bröckelten sie einen alten Stein aus den losen Ruinenmauern des fast eingeebneten Turmes, um ihn als Andenken mit nach Hause zu nehmen.

Alsdann begab man sich zur Pfarrkirche. Hier befindet sich noch ein gotischer Weihwasserstein, der ebenfalls das Wappen der Herren von Rolshausen trägt. Sehr wahrscheinlich ist dieser Weihwasserstein eine Stiftung und ist 1936 aus der alten Pfarrkirche hinüber gerettet worden.

Selbstverständlich durfte als Abschluss ein Besuch im ehemaligen Haus von Rolshausen, dem jetzigen Bütgenbacher Töpferhof, nicht fehlen, wo man in den alten, gemütlichen Kellergewölben noch eine lange Weile bei einem Schoppen Wein plauderte.
Beim Verlassen erhielten die auswertigen Gäste noch, als Geschenk des Hauses, einen handgetöpferten Wappenkrug, als Andenken an diesen unvergesslichen Tag.

Frau Baronnin von Rolshausen, ihre Schwester und Kusine freuten sich, dass die Gemeinde Bütgenbach diese Initiative für ihr Gemeindewappen aufgebracht hat und hegen den Wunsch, dass die heraldische Kommission recht bald ihre Zustimmung zu dem Gemeindewappen gibt.

So würde nämlich das Wappen von Rolshausen in Ehren fortbestehen.