Spaten oder Ruder?

"...
Die Familie von Rolshausen war ein in Hessen ansässig gewesenes als freiherrlich eingetragenes Adelsgeschlecht, das zwei silberne Ruder  im Andreaskranz übereinandergelegt im roten Wappenschild zeigt..."

Wappen: In R. 2 kreuzweise, das re. über das li. gelegte s. Ruder; a.d. gekr. H. mit r.-s. Decke zw. 2 offenen r.-s. übereck get. Büffelhörnern das Schildbild

Herr Kurt FAGNOUL
Präsident des Geschichtsvereines "Zwischen Venn und Schneifel"


  • "... Si l'on consulte RIETSTAP, Armoirial général, II, éd. 1934, p. 597, on lit que la famille des barons Rolshausen, originaires de la région rhénane, de Hesse et de Courlande porte: "de gueules à deux avirons d'argent, passés en sautoir, les manches enbas. Cimier: les avirons ; entre deux proboscides coupés alternativement d'argent et de gueules".
  • Or, déjà en 1901, de RAADT, Sceaux armoriés des Pays-Bas ..., III, p. 265, indiquait que "les traverses aux extrémités des manches indiquent bien que ces meubles sont des pelles, et non des avirons, comme on les a blasonnés".
  • La collection des moulages de sceaux des A.G.R. comprend trois moulages de sceaux Rolhausen dont les originaux se trouvent aux archives de l'Etat à Luxembourg, dans le fonds "Comté de Vianden": Evrard, n°4.815 (1415), Christophe, n°4.875(1617) et Guillaume, n° 4.844 (-). Ces trois pièces prouvent que la remarque de de Raad est tout-à-fait pertinente: il s'agit bien de pelles dont les manches, placés vers les coins supériuers de 'écu, se terminent chacun par une courte traverse.
  • Le Dr. J.-Cl. LOUTSCH, dans son Armorial du pays de Luxembourg, Luxembourg, 1974, p.687, dit ceci: "de Rolshausen: De gueules à deux pelles d'argent posées en sautoir, les manches en haut terminés en forme de T. Cimier: les pelles entre 2 proboscgides écartelées d'argent et de gueules ou 2 proboscides chargées des pelles de l'écu".


Mme Andrée SCUFFLAIRE
Archives Générales du Royaume - Chef de département


  • Auf Wegekreuzen, am Schloss und in der katholischen Pfarrkirche von Türnich sind noch eine Reihe von Darstellungen des Wappens von Rolshausen erhalten, u.a. auf einer sehr schönen Grabplatte des Christoph von Rolshausen, Herrn zu Türnich, Bütgenbach und Trimporten († 20/01/1616) in der katholischen Pfarrkirche.
     
  • Auf dem Wappen und ebenso an der Helmzier darüber lässt sich an der Form der Schaufelblätter und an den Querhölzern am oberen Stielende gut erkennen, dass es sich um Spaten und nicht um Ruder handelt".
     
  • "Das große Wappenbuch von J. SIEBMACHER (Band III, 2, Nürnberg 1878, Tafel 348) zeigt im Wappen Rolshausen ebenfalls ganz eindeutig zwei Spaten, wie man sie noch heute zum Umgraben des Gartens benutzt".
     
  • "Das "Dictionnaires des figures héraldiques" von Theodore de Renesse, der die Adelswappen nach ihren Motiven ordnet, zählt im Band IV (Brüssel 1899, S. 313) das Wappen Rolshausen dagegen unter "avirons", also Ruder, auf".
     
  • "A. ROBENS, Der ritterbürtige landständische Adel des Großherzogtums Niederrhein, dargestellt in Wappen und Abstammung (zwei Bände, Aachen 1818, Neudruck 1980) spricht im Band II, S. 85 ebenfalls von zwei Rudern, obwohl die zugehörige Abbildung eher Spaten zeigt.

Das hat mich in der Vermutung bestärkt, dass es sich hier insofern um einen Streit um Worte handelt, als die Begriffe "Spaten" und "Ruder" in der heraldischen Terminologie gleichbedeutend, d.h. also vielleicht für die gleichen Gegenstände gebraucht werden.
Im "Handbuch der Heroldskunst" Band IV, 1933, S. 182f habe ich diese Vermutung insofern bestätigt gefunden, als es dort heißt: 'Spaten' wird auch als 'Ruder' ausgesprochen".


Dr. Klaus PABST
Universität zu Köln - Historisches Seminar - Forschungsabteilung


"Zu der Zweifelsfrage des Wappen-Emblèmes ob "Ruder" oder "Spaten" kann ich nur sagen, dass wir in der festen Vorstellung durch Überlieferungen unseres Vaters und seiner Geschwister groß geworden sind, dass im Wappen Spaten abgebildet sind.
Von Rudern war nie die Rede.

Auch bei allen Wappen-Abbildungen in unserem Besitz handelt es sich offensichtlich immer um Spaten, d.h. die breiten Schaufeln mit dem langer Holm, an dessen oberen Ende sich kleine Querbalken befinden".

Baronin M.J. v. Rolshausen


"Das Wappen dieser Familie zeigt im rothen Schilde zwei ins Andreaskreuz gelegte silberne Spaten; dieselben wiederholen sich auf dem ungekrönten Helme zwischen zwei halb roth und halb weiss gevierteten Büffelhörnern. Die Helmdecken sind silbern und roth".

"Neues Preussisches Adels-Lexikon"
Gebrüder Reichenbach - Leipzig 1837


Fazit:

"Das Argument der Gemeinde Bütgenbach hinsichtlich der 'Ruder' ist zwar aus der heutigen Sicht der Werbung verständlich, aber erscheint doch absurd.
Wir glauben, dass man die Annahme, dass es sich um Spaten handelt, befürworten kann."

Baronin M.J. v. Rolshausen

Diese Auffassung wurde schließlich ebenfalls durch die Gemeinde Bütgenbach unterstützt, wie man unschwer auf dem Foto erkennen kann ...